Wie lange sind Katzen schwanger? Dauer & Anzeichen

Zuletzt aktualisiert am 12.08.2025 von Bernd

Schwangere getigerte Katze ruht im deutschen Wohnzimmer, in natürlichem Licht

Wie lange dauert die Trächtigkeit bei Katzen?

Die Trächtigkeit deiner Katze ist eine aufregende Zeit voller Veränderungen und neuer Erfahrungen. Während dieser besonderen Phase entwickeln sich die kleinen Kätzchen in Mamas Bauch und bereiten sich auf ihr Leben in der großen Welt vor. Als verantwortungsvoller Katzenbesitzer möchtest du natürlich bestens vorbereitet sein und wissen, was dich und deine pelzige Freundin erwartet.

Die Dauer der Trächtigkeit variiert je nach verschiedenen Faktoren, doch es gibt klare Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst. Dieses Wissen hilft dir dabei, rechtzeitig alle nötigen Vorbereitungen zu treffen und deine Katze optimal zu unterstützen.

Übliche Dauer und Einflüsse

Die Trächtigkeit bei Katzen dauert durchschnittlich 64 bis 67 Tage, wobei 65 Tage als typischer Richtwert gelten. Diese Zeitspanne kann jedoch um wenige Tage variieren, ohne dass Grund zur Sorge besteht. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Länge der Trächtigkeit.

Das Alter deiner Katze spielt eine wichtige Rolle. Junge Erstgebärende können eine etwas längere Trächtigkeit haben, während erfahrene Katzenmütter oft pünktlicher sind. Auch die Rasse hat Einfluss: Langhaarkatzen neigen zu geringfügig längeren Trächtigkeiten als Kurzhaarkatzen. Die Anzahl der Kätzchen im Wurf kann ebenfalls die Dauer beeinflussen.

Vergleich mit anderen Säugetieren

Im Vergleich zu anderen Haustieren haben Katzen eine relativ kurze Trächtigkeit. Hunde tragen ihre Welpen etwa 58 bis 68 Tage aus, was der Katzentragzeit sehr ähnelt. Kaninchen haben mit nur 30 bis 32 Tagen eine deutlich kürzere Trächtigkeit, während größere Säugetiere wie Pferde etwa 340 Tage benötigen.

Diese Unterschiede hängen mit der Körpergröße und dem Entwicklungsstand der Neugeborenen zusammen. Katzenbabys kommen relativ unreif zur Welt – sie sind blind, taub und völlig hilflos. Dieser Zustand ermöglicht es der Natur, die Trächtigkeit kurz zu halten und gleichzeitig gesunde Nachkommen zu gewährleisten.

Katzen trächtig je nach Jahreszeit

Die Jahreszeit beeinflusst tatsächlich die Trächtigkeit deiner Katze. In den warmen Monaten von März bis September sind Katzen besonders empfängnisbereit. Längere Tage und höhere Temperaturen regen den Hormonhaushalt an und können zu häufigeren Würfen führen. Winter-Trächtigkeiten sind seltener, aber durchaus möglich.

Anzeichen für eine Trächtigkeit bei Katzen

Die ersten Anzeichen einer Trächtigkeit zeigen sich meist erst nach etwa drei Wochen. In dieser Zeit durchläuft deine Katze verschiedene körperliche und verhaltensbedingte Veränderungen, die dir wichtige Hinweise geben können. Aufmerksame Beobachtung hilft dir dabei, die Trächtigkeit frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Physische Veränderungen

Nach etwa drei Wochen werden die Zitzen deiner Katze größer und nehmen eine rosa bis rötliche Färbung an. Dieses „Rosing“ ist oft das erste sichtbare Anzeichen. Der Bauch beginnt sich zu runden, besonders an den Seiten wird dies deutlich sichtbar.

Ab der fünften Woche wird die Gewichtszunahme deutlicher. Deine Katze kann zwischen 1 bis 2 Kilogramm zunehmen, je nach Anzahl der Kätzchen. Manche Katzen leiden in den ersten Wochen unter morgendlicher Übelkeit, ähnlich wie Menschen. Falls du dir unsicher bist, kann dein Tierarzt ab dem 21. Tag eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

Verhaltensänderungen

Trächtige Katzen werden oft anhänglicher und suchen vermehrt deine Nähe. Gleichzeitig können sie gegenüber anderen Katzen distanzierter werden. Viele werdende Katzenmütter werden ruhiger und schlafen mehr als gewöhnlich.

Gegen Ende der Trächtigkeit beginnt das sogenannte „Nesting“ – deine Katze sucht nach geeigneten Plätzen für die Geburt. Sie wird unruhiger und erkundet Schränke, Kisten oder ruhige Ecken. Manche Katzen werden in dieser Phase besonders gesprächig und miauen häufiger. Appetitveränderungen sind ebenfalls normal: Zunächst kann der Appetit sinken, später steigt er deutlich an.

Wie erkenne ich ob meine Katze schwanger ist?

Die sicherste Methode ist ein Besuch beim Tierarzt. Bereits ab dem 21. Tag kann eine Ultraschalluntersuchung die Trächtigkeit bestätigen und die Anzahl der Kätzchen schätzen. Zu Hause solltest du auf die Kombination mehrerer Anzeichen achten: rosige Zitzen, Gewichtszunahme, Verhaltensänderungen und einen rundlicher werdenden Bauch.

Unterstützung und Pflege für trächtige Katzen

Eine trächtige Katze benötigt besondere Aufmerksamkeit und angepasste Pflege. Deine Unterstützung während dieser wichtigen Zeit trägt wesentlich zur Gesundheit von Mutter und Kätzchen bei. Mit den richtigen Maßnahmen schaffst du optimale Bedingungen für eine entspannte Trächtigkeit und eine problemlose Geburt.

Ernährung und Pflege

Ab der dritten Trächtigkeitswoche solltest du auf hochwertiges Kittenfutter umstellen. Dieses enthält mehr Protein, Fett und Kalorien, die deine Katze jetzt benötigt. Die Futtermenge steigt im Verlauf der Trächtigkeit auf das 1,5-fache der normalen Menge an.

Füttere kleinere Portionen häufiger, da der wachsende Bauch den Magen einengt. Frisches Wasser sollte immer verfügbar sein. Vermeide Futterwechsel und ungewöhnliche Leckerlis, die Verdauungsprobleme verursachen könnten. Bei der Fellpflege wird deine Katze mit fortschreitender Trächtigkeit Hilfe benötigen, besonders bei schwer erreichbaren Stellen. Bürste sie sanft und regelmäßig.

Sicheres Umfeld schaffen

Stelle sicher, dass deine trächtige Katze keinen Zugang zu hohen Möbeln oder gefährlichen Bereichen hat. Sprünge aus großer Höhe können Verletzungen verursachen. Richte einen ruhigen, warmen Platz für die kommende Geburt ein – eine große Kiste mit weichen Decken ist ideal.

Vermeide Stress durch laute Geräusche, Besucher oder Veränderungen im Haushalt. Andere Haustiere sollten die werdende Mutter nicht bedrängen. Kontrolliere regelmäßig, ob sich deine Katze zurückzieht oder Anzeichen von Unwohlsein zeigt. Halte die Kontaktdaten deines Tierarztes griffbereit für Notfälle.

Verhalten im Familienalltag

Integriere deine trächtige Katze weiterhin in den Alltag, aber respektiere ihr Bedürfnis nach Ruhe. Kinder sollten lernen, vorsichtig mit der werdenden Katzenmama umzugehen. Vermaide es, den Bauch zu berühren oder die Katze hochzuheben, es sei denn, es ist unbedingt nötig.

Geburt und die ersten Wochen nach der Geburt

Die Geburt ist der Höhepunkt der Trächtigkeit und markiert den Beginn einer neuen Lebensphase für deine Katze und ihre Kätzchen. Als Katzenbesitzer ist es wichtig, dass du die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt erkennst und weißt, wann du eingreifen solltest und wann es besser ist, der Natur ihren Lauf zu lassen. Die ersten Wochen nach der Geburt sind entscheidend für die gesunde Entwicklung der Katzenbabys.

Erste Anzeichen der Geburt

Etwa 24 bis 48 Stunden vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur deiner Katze von normal 38,5°C auf unter 37,5°C ab. Gleichzeitig wird sie unruhig und sucht intensiv nach einem geeigneten Geburtsplatz. Viele Katzen hören kurz vor der Geburt auf zu fressen und werden anhänglicher oder umgekehrt distanzierter.

Das deutlichste Anzeichen sind die beginnenden Wehen. Diese äußern sich durch rhythmisches Hecheln, Miauen und sichtbare Kontraktionen des Bauches. Deine Katze wird sich häufig putzen, besonders im Genitalbereich. Sobald die Presswehen einsetzen, dauert es meist nicht mehr lange bis zur Geburt des ersten Kätzchens. Ein Tierarzt sollte kontaktiert werden, wenn die Wehen länger als zwei Stunden andauern, ohne dass ein Kätzchen geboren wird.

Umgang mit den Neugeborenen

Nach der Geburt übernimmt normalerweise die Katzenmutter alle wichtigen Aufgaben. Sie befreit die Kätzchen von der Fruchtblase, durchtrennt die Nabelschnur und regt durch Lecken die Atmung an. Die Neugeborenen sind blind, taub und völlig hilflos – ihre Augen öffnen sich erst nach 7 bis 10 Tagen.

Greife nur ein, wenn die Mutter nicht reagiert oder Schwierigkeiten hat. In diesem Fall musst du vorsichtig die Fruchtblase entfernen und das Kätzchen mit einem weichen Tuch trockenreiben. Die Nabelschnur sollte etwa 2 cm vom Bauch entfernt durchtrennt werden. Verwende dafür eine desinfizierte Schere und binde die Schnur vorher ab.

Die ersten Tage sind kritisch für die Kätzchen. Sie müssen alle zwei Stunden trinken und ihre Körpertemperatur regulieren. Kontrolliere täglich, ob alle Kätzchen an Gewicht zunehmen und aktiv sind. Schwache oder auffällig kleine Kätzchen benötigen besondere Aufmerksamkeit und eventuell tierärztliche Hilfe. Halte den Geburtsbereich sauber und warm, aber störe die Katzenfamilie so wenig wie möglich.

Rolle des Besitzers in den ersten Wochen

Deine Hauptaufgabe besteht darin, für eine ruhige, warme Umgebung zu sorgen und die Katzenmutter optimal zu versorgen. Stelle hochwertiges Futter und frisches Wasser in der Nähe des Wurfplatzes bereit. Beobachte die Familie aus der Ferne und dokumentiere die Entwicklung der Kätzchen. Bei Auffälligkeiten solltest du umgehend deinen Tierarzt kontaktieren.